Kick-Off-Veranstaltung des Queer History Months

Kick-Off-Veranstaltung des Queer History Months

Am 25.11.2013 fand in der Robert Blum Oberschule die Kick-Off-Veranstaltung mit der Bildungssenatorin Sandra Scheeres statt. Die Bildungssentaorin sprach das Grußwort und setzte sich für Vielfalt in Berlin ein. Schüler_innen des Gymnasiums begleiteten die Veranstaltung mit musikalischen Einlagen. Die Aula war voll.

Die Kick-Off-Veranstaltung sollte auf das Projekt „Queer History Month“ (QHM) aufmerksam machen, das im Februar 2014 gestartet ist. Der Monat der queeren Geschichte ist ein Angebot an Schulen und Jugendfreizeiteinrichtungen, sich innerhalb eines definierten Zeitabschnitts mit Aspekten von queerer Geschichte, Lebensweisen von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans- und intergeschlechtlichen Menschen (LSBTI), Menschenrechten, Vielfalt und Anti-Diskriminierung in kleinen Projekten zu beschäftigen.

Die Form und Dauer der Projekte ist dabei allen Teilnehmenden freigestellt: Es können Unterrichtsstunden gestaltet, Projekte erstellt, Collagen und andere kreative Dinge erdacht und gestaltet, kleine Theaterstücke gespielt oder Texte geschrieben werden. Verschiedene Außerschulische Lernorte bieten Workshops, Führungen und Veranstaltungen für Schulen an, die FU Berlin, das Schwule Museum, Spinnboden Lesbenarchiv, die Stasi-Unterlagen-Behörde (BStU), die Bildungsinitiative QUEERFORMAT, der Lesben- und Schwulenverband Berlin- Brandenburg u .v. m.

Der QHM rückt die geschichtlichen und menschenrechtlichen Aspekte queerer Themen in den Mittelpunkt. Dies könnte ein Stadtrundgang zum homosexuellen Leben im Berlin der 20er/30er Jahre sein, die Lektüre von „Aimée und Jaguar“ im Deutschunterricht einer 9. Klasse parallel zum Thema Nationalsozialismus im Geschichtsunterricht oder der Besuch von Archiven, z. B. der Charite zum Umgang mit trans- und intergeschlechtlichen Menschen im 3. Reich und in der jüngeren Geschichte. Hier bietet sich eine Verknüpfung mit dem Biologieunterricht an.

Der Umgang mit anderen Lebensentwürfen, mit Vorurteilen und Klischees kann reflektiert und hinterfragt werden.

Die Vorbilder zum Monat der queeren Geschichte stammen vor allem aus den USA und England, wo der dort genannte „LGBT History Month“ seit vielen Jahren mit stetig wachsendem Erfolg durchgeführt wird. Seit 2004 findet er in England jährlich statt und ist dort zum Selbstläufer geworden: Mittlerweile beteiligen sich zahlreiche Schulen im ganzen Land an dem Ereignis. LSBTI Themen finden in Schulen und Freizeiteinrichtungen selten Beachtung. Gleichzeitig befinden sich an diesen Orten aber viele Jugendliche, die sich homo- oder transgeschlechtlich fühlen, lieben oder bereits leben. Das Thema Mobbing aufgrund der sexuellen Orientierung und geschlechtlichen Identität ist immer präsenter unter jungen Menschen geworden. Daher ist der Queer History Month ein aktiver Beitrag zur Demokratiepädagogik und einer vorurteilsbewussten Bildung und Erziehung.

Das Projekt „Queer History“ wird gemeinsam betreut von Prof. Dr. Martin Lücke (Didaktik der Geschichte an der Freien Universität Berlin) und der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft im Rahmen der Umsetzung der Senatsagenda „Sexuelle Vielfalt und vielfältige Lebensweisen“. Die dazu gehörige Webseite wird von der Agentur für Bildung - Geschichte, Politik und Medien e.V. betreut und weiter entwickelt. An der Freien Universität Berlin wird seit WS 2012/13 Unterrichtsmaterial für den Queer History Month entwickelt. Eine Redaktionsgruppe von Studierenden, die sich im Rahmen der ersten Lehrveranstaltung bildete, arbeitet prozessorientiert im Projekt mit.

Auf dem Foto sehen Sie die Bildungssenatorin Scheeres, als sie das Grußwort gesproch hat. Weitere Fotos finden Sie auf unserer Facebookseite. Die Wortmarke wurde von der Grafikagentur BarM entworfen.

Bildungssenatorin Scheeres hält das Grußwort.