Projekt: "Was der Bauer nicht kennt..."

Projekt: "Was der Bauer nicht kennt..."

Das multimediale Projekt erforscht, präsentiert, vermittelt und diskutiert „präkoloniale“, koloniale, und postkoloniale Nutzung von ca. zehn exemplarischen Beispielen von Nutzpflanzen und -tieren. Es thematisiert die Entstehung von Handelswegen, Anbaumethoden und deren historische Auswirkungen aus verschiedenen Perspektiven, setzt sie mit aktuellen Auswirkungen historisch gewachsener Strukturen in Verbindung und knüpft an Lebenswelten der Zielgruppen an. Projektträger ist SODI e.V. in Kooperation mit der Agentur für Bildung.

Wir möchten möglichst viele (junge) Menschen erreichen, weshalb wir mit digitalen und Online-Inhalten wie beispielswiese Videos zu den Projektthemen oder digitalen Touren zur globalen Geschichte von Ernährung und Mobilität arbeiten. Aus aktuellen und vergangenen Projektzusammenhängen können wir auf Erfahrungen und Materialien zurückgreifen, die diese Breitenwirksamkeit befördern. Gleichzeitig ist es unser Anspruch, unsere Inhalte und Methoden weiterzuentwickeln, um auf die Bedürfnisse unserer diversen Zielgruppen noch besser eingehen zu können.

Im Rahmen des Projekts orientieren wir uns bei der Konzeption, Durchführung und Auswertung der Aktivitäten an den Studien von Vanessa Andreotti und Lynn Mario Mario T.M. de Souza, die das Online-Studienprogramm „Learning to read the world Through Other Eyes“ entwickelt haben. Ihr konzeptuelles Rahmenwerk besteht aus vier Hauptanliegen: 1. Leraning to Unlearn, 2. Learning to Listen, 3. Learning to Learn und 4. Learning to Reach Out, die die Dekonstruktion, Reflexion und Erweiterung von vermeintlich „neutralen“, „objektiven“, „selbstverständlichen“ Annahmen, Wissensschätzen und Perspektive/n anstreben. Wir wollen bei unseren Angeboten darüber reflektieren, was wir als objektiv oder neutral gegeben sehen, wie wir diese Vorannahmen in Frage stellen und anreichern können, wie wir uns selbst innerhalb eines breiten Meinungsspektrums verorten und neue Perspektiven in die eigene Arbeit integrieren können. Wir bemühen uns darum, die Zielgruppen für komplexe Ungleichheitssysteme zu sensibilisieren ohne dabei hegemoniale, ethnozentrische, ahistorische, entpolitisierte und vereinfachte Denkmuster zu reproduzieren oder Lernprozesse durch die Einteilung in Täter und Opfer möglicherweise zu verhindern.

Im Rahmen des knapp Projekts erstellen wir einen Recherchebericht und digitales Bildungsmaterial, das wir mit Berufsschüler*innen im Bereich Gastronomie und Lebensmittelherstellung testen möchten. Geplanter Projektzeitraum: Februar 2017 - Dezember 2018. Bei diesem Projekt ist maßgeblich unsere Mitarbeiterin Birgit Marzinka tätig.