LaG-Magazin "Erinnern in Digitalen Spielen"

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Das neue LaG-Magazin „Erinnern in Digitalen Spielen“ diskutiert die Chancen und Grenzen des Einsatzes Digitaler Spiele in der historisch-politischen Bildung. Gefördert von der Alfred Landecker Foundation.

Link zum Heft

Einführung in das LaG-Magazin

Interaktives Erinnern mit Hilfe von Digitalen Spielen – wie kann das gelingen? Diese Frage ist grundlegend für das Team, welches aktuell das Digital Remembrance Game „Erinnern. Die Kinder vom Bullenhuser Damm“ entwickelt, das als Ergänzung zum Angebot der Gedenkstätte Bullenhuser Damm in Hamburg konzipiert wird. Diese erinnert an 20 jüdische Kinder und mindestens 28 Erwachsene, die am 20. April 1945 im Keller eines leerstehenden Schulgebäudes von der SS ermordet wurden. Vor ihrer Ermordung wurden die Kinder zu pseudomedizinischen Versuchen im KZ Neuengamme missbraucht.

Das Spiel soll in die Perspektive von fünf Schüler*innen der Schule Bullenhuser Damm in den späten 1970er-Jahren versetzen. In deren Rolle begehen Spielende unterschiedliche Pfade des Erinnerns. Durch die Interaktion mit anderen Menschen und die Integration verschiedener Zeitebenen entsteht aus Sicht der spielenden Protagonist*innen ein persönliches Erinnerungsnarrativ.

Das Spiel wird von der Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte zur Erinnerung an die Opfer der NS-Verbrechen gemeinsam mit Paintbucket Games für die Hamburger Gedenkstätte Bullenhuser Damm entwickelt und durch die Alfred Landecker Foundation gefördert. Das vorliegende LaG-Magazin wurde gemeinsam mit dem Projektleiter Markus Bassermann konzipiert und nimmt die Frage zum Ausgangspunkt, wie eine ansprechende und respektvolle Gesichtsvermittlung mit Hilfe von Digitalen Spielen gestaltet werden kann.

Steffen Jost, Programmdirektor der Alfred Landecker Foundation, skizziert in seinem Vorwort, wieso und in welchem Rahmen die Stiftung Digitale Spiele fördert.

Akteure der historisch-politischen Bildung greifen gerne auf Spiele zurück, die unter dem Etikett „Serious Game“ eine angemessene Thematisierung ernster historischer Themen versprechen. Doch ist diese Etikettierung mit ihren Implikationen nicht unumstritten, wie die einleitenden Beiträge diskutieren. Felix Zimmermann bietet einen Überblick über die Entstehungsgeschichte von Serious Games und verortet sie in ihrer Funktion im Spannungsfeld zwischen Unterhaltung und Wissensvermittlung. Nico Nolden wirft die Frage auf, wie eine sinnvolle Kategorisierung von Digitalen Spielen, die Geschichte thematisieren, aussehen könnte und was unterschiedliche Spiele jeweils zur Erinnerungskultur beitragen können.

Da in der vorliegenden Ausgabe ausgehend vom Spiel „Erinnern. Die Kinder vom Bullenhuser Damm“ grundlegende Aspekte diskutiert werden sollen, geben Markus BassermannIris Groschek und Nicole Mattern in ihrem Werkstattbericht zunächst Einblicke in die Konzeption und Entwicklung dieses Digital Remembrance Games.

An seinem konkreten Beispiel diskutierten am 25. September 2023 Markus Bassermann, Mona Brandt, Lucas Haasis, Rüdiger Brandis, Tabea Widmann, Florian Fischer, Mathias Herrmann, Nadine Cremer, Aska Mayer und Christian Günther an einem digitalen Roundtable über die Vermittlungsmöglichkeiten und -grenzen von Digitalen Spielen in der historisch-politischen Bildung. Die wichtigsten Diskussionsstränge werden in ihrem Beitrag dokumentiert. Die Organisation, Koordination und Zusammenstellung der Beiträge haben Lucas Haasis und Peter Färberböck vom Arbeitskreis Geschichtswissenschaft und Digitale Spiele übernommen.

Da immer mehr Akteure der historisch-politischen Bildung ausloten, inwiefern Digitale Spiele das Repertoire der eigenen Gedenkstätte erweitern könnten, ist ein Austausch untereinander wichtig: Iris Groschek trägt die Ergebnisse eines Vernetzungstreffens zusammen, das im Sommer 2023 in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme stattfand. Sie zeigt auf, welche Problemfelder gemeinsam herausgearbeitet wurden – und skizziert erste Ansätze für einen produktiven Umgang mit diesen.

Dass es bereits erfolgreiche Digitale Spiele gibt, in denen Antworten auf die in diesem LaG-Magazin diskutierten Fragen gefunden wurden, illustrieren drei Beispiele:

Anne Sauer und Hannah Sandstede berichten über die Entwicklung des Digitalen Spiels „Spuren auf Papier“ zur NS-„Euthanasie“ als investigative Detektivgeschichte – und über die Herausforderungen für Gedenkstätten und Game-Designer*innen, die diesen Prozess begleitet haben.

Christoph Kreutzmüller präsentiert mit „#lastseen“ ein Suchspiel, das sich auf historische Fotos als Ausgangspunkt der Spielentwicklung fokussiert.

Timo Hellmers erörtert mit einem Beispiel aus der Bildungspraxis des Europäischen Hansemuseums in Lübeck, wie es gelingen kann, museale Angebote mit Hilfe von Digitalen Spielen zu erweitern.

Abschließend geben wir allen, die auf der Suche nach Tipps für den Einsatz von Digitalen Spielen in der schulischen und außerschulischen Bildung sind, einen Überblick über wichtige Zugänge und Materialien: Sabrina Pfefferle rezensiert fünf Handreichungen, die in der Praxis unterstützen können.

Christian Huberts und Malte Grünkorn stellen die Datenbank Games und Erinnerungskultur der Stiftung Digitale Spielekultur vor, die Interessierten bei der Auswahl und Erprobung Digitaler Spiele behilflich sein kann.

Wir bedanken uns herzlich bei Markus Bassermann und vom Arbeitskreis Geschichtswissenschaft und Digitale Spiele insbesondere bei Lucas Haasis für Ihre Mitgestaltung, sowie bei der Alfred Landecker Foundation für die Förderung dieser Ausgabe!


Ausstellung Subraum „Iro unterm Fernsehturm“ (AT)

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Die Agentur für Bildung kuratiert einen Subraum zum Thema Freiräume/Subkulturen in der Ausstellung BERLIN GLOBAL am Berliner Humboldt-Forum.
Im Auftrag der Stiftung Stadtmuseum Berlin
Eröffnung der Ausstellung: voraussichtlich 7. Juli 2024

Punk in Ost-Berlin

Die Punk-Bewegung kam Ende der 1970er Jahre aus West-Berlin und England nach Ost-Berlin, Halle und Leipzig. Die kleine urbane Bewegung erregte durch ihr Erscheinungsbild Aufsehen. Was im Westen als Provokation galt, war in der DDR ein Angriff auf den Staat. Die Vorstellung, wie Jugendliche sein sollten, war eng mit dem Ideal der FDJ verbunden. Individuelle Lebensentwürfe waren nicht vorgesehen und wurden bekämpft. Wie in vielen jugendkulturellen Gruppen spielte Musik für den Ost-Berliner Punk eine wichtige Rolle. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen gründeten Bands und probten in besetzten Wohnungen und Kellern im Prenzlauer Berg, ab 1983 in Räumen der Lichtenberger Erlöserkirche und anderen evangelischen Kirchen. Sie trafen sich am Alexanderplatz, in Parks wie dem Plänterwald und auf der Straße.

Punk ´79 – ´89

Von 1979 bis 1983 entstanden Punkpulks um die ersten Bands. In dieser Phase wurden Punks vom MfS und der Deutschen Volkspolizei kriminalisiert. Für 1984 war das Nationale Jugendfestival der FDJ in Berlin geplant, das alle fünf Jahre stattfand. Erich Mielke, Chef der Staatssicherheit, wollte bis dahin die Straße von „negativem Unrat“ gesäubert wissen und befahl Härte. Die Volkspolizei kontrollierte und verhaftete Punks auf der Straße. Durch Operative Vorgänge (OV) sowie Operative Personenkontrollen (OPK) versuchte das MfS, die Erscheinung Punk „aufzuklären“. Zersetzende Maßnahmen wie vorzeitigen Einzug zum Dienst bei der Nationalen Volksarmee und Ausweisung in die BRD wurden genutzt, um die frisch gebildeten Kreise auszudünnen. Jugendliche unter 16 Jahren wurden zur Regulierung und sozialistischen Erziehung in Kinderheime eingewiesen. Auch die Gesellschaft beteiligte sich an der Ausgrenzung gegen Punks im öffentlichen Raum, so kam es zu Beschimpfungen („Euch hat man vergessen, zu vergasen“) und gewalttätigen Übergriffen. Nach 1985 agierte der Staatsapparat deutlich weniger repressiv. Es gab weniger Verhaftungen, Konzertauftritte wurden möglich. Der Radiosender DT64 spielte Punkmusik, in FDJ-Klubhäusern war sie auch zu hören und Punks mischten sich verstärkt unters Publikum.

Subversion und Party

Wie überall auf der Welt wollte auch die Ost-Berliner Punk-Bewegung subversiv provozieren und das (spieß-)bürgerliche Leben in Frage stellen. In der DDR war Punk eine Möglichkeit, aus den engen gesellschaftlichen und staatlichen Zwängen auszubrechen und ein alternatives Leben auszuprobieren. Aus von den Großeltern rein geschmuggelten Bravos oder Fanzines erfuhren die Jugendlichen, wie sich Punks stylten. Auf Müllkippen suchten sie ihre ersten Lederjacken, bemalten oder beklebten sie, bastelten sich Badges, schnitten und färbten ihre Haare, hörten Radio, nahmen Kassetten auf, gründeten Bands. Die Punks trafen sich auf Markt- und Rummelplätzen, erkämpften sich Zutritt in Discos und Kneipen, feierten in Kellern, Wohnungen und auf Dachböden.

Die Kirchen boten Punkbands die einzigen öffentlichen Auftrittsgelegenheiten. Die Bands besangen ihren Alltag, Probleme in der Schule, mit Lehrmeistern, Polizei, Gastwirten und Kleingärtnern. Ost-Berliner Bands wie Müllstation, Schleimkeim, Namenlos und Wutanfall erzeugten politische Texte, oft erst in Reaktion auf staatliche und gesellschaftliche Diskriminierung. Wie in allen Jugendbewegungen nach 1950, war auch der Punk im Osten männerdominiert. Sexistische Strukturen in all ihren Erscheinungen waren Alltag. In Ost-Berlin spielten und sangen in Bands wie Namenlos, Die Firma, Kein Talent und Klick & Aus Frauen, während sie in der sonstigen Republik oft lediglich als Groupies fungierten.


Ehrenamtliche Mitarbeiter/innen

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Christian Geissler, Sonderpädagoge, Lehrer an einer Berliner Grundschule, zuvor freiberuflicher Referent der politischen Jugend- und Erwachsenenbildung mit den Schwerpunkten Vermittlung der Geschichte des 20. Jahrhunderts, Pädagogik in Gedenkstätten, Bildung gegen Diskriminierung, Menschenrechtsbildung und Methoden der polit. Bildung;

Prof. Dr. Meike Stefanie Günther, Sozialpädagogin, Lehrstuhlinhaberin an der Katholischen Hochschule in Berlin, zuvor langjährige Mitarbeit in verschiedenen sozialen Einrichtungen und in der historisch-politischen Bildungsarbeit; Dissertation im Themenbereich Antisemitismus, Geschlecht und Bildung. Koordinatiorin des Projektes „Inklusion als Menschenrecht“ im Deutschen Insitut für Menschenrechte.

Bodo Paul Hoffmann ist Studiendirektor am Ulrichsgymnasium in Norden (Ostfriesland). Er begleitet dort die Lernprozesse junger Menschen in den Fächern Geschichte, Mathematik und Politik-Wirtschaft. Als Multiplikator für das Fach Mathematik, App-Entwickler und Lehrbuchautor versucht er einen Beitrag zu leisten, die Digitalisierung an und in deutschen Schulen voranzubringen.

Dr. Markus Nesselrodt, wissenschaftl. Mitarbeiter (Habilitation) an der Europa Universität Viadrina, studierte Kulturwissenschaften und Geschichte Mittel- und Osteuropas an der Europa Universität Viadrina in Frankfurt/Oder, Breslau und Warschau. Schwerpunkte zuvor: Deutsch-polnische Projekte zur politisch-historischen Bildung, Erinnerungskulturen, Film und digitale Medien.

Prof. Dr. Detlef Pech, Professor für Grundschulpädagogik mit dem Schwerpunkt Lernbereich Sachunterricht an der Humboldt-Universität zu Berlin; Arbeitschwerpunkte: Perspektiven von Kindern auf Gesellschaft, politisch-historisches Lernen, insbesondere zeitgeschichtliche Aspekte, Möglichkeiten der Thematisierung von Nationalsozialismus und Holocaust in der Arbeit mit Kindern. Mail: pech@agentur-bildung.de

Prof. Hanns-Fred Rathenow, Univ.-Professor Didaktik der politischen Bildung (a.D.) am ehem. Institut für Gesellschaftswissenschaften und historisch-politische Bildung der Fakultät für Geistes- und Bildungswissenschaften, Technische Universität Berlin. Arbeitsschwerpunkte: Gedenkstättenpädagogik,  Nationalsozialismus und Holocaust, Oral History, Globales Lernen. Mail:rathenow@agentur-bildung.de

Dr. Nina Reusch ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Arbeitsbereich Didaktik der Geschichte FU Berlin. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Umweltgeschichte und Nachhaltigkeit im Kontext historischen Lernens, Geschlechtergeschichte sowie Geschichtskultur und Public History.

Thomas Spahn, Leiter einer deutschen Schule in Kalifornien (USA). Ehemals Teamleiter in der Stabsstelle Digitalisierung an Behörde für Schule und Berufsbildung (BSB), Studienrat für Geschichte, Englisch, Medien und PGW am Hamburger Gymnasium Lerchenfeld. Tätigkeiten in der Aus- u. Fortbildung von Lehrkräften, u.a. für das Goethe-Institut. Veröffentlichungen zur Geschichtsdidaktik und zu digitalen Medien in Unterricht und Fortbildung.


Freie Mitarbeiter/innen

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Volker Moritz, seit 1999 freiberuflicher Entwickler und Systemadministrator, programmiert und berät zu technischen Fragen rund ums Thema Internet. Dabei kommt freie Software wie Debian, Apache, PHP, MariaDB und die Content Management Systeme Drupal und Wordpress zum Einsatz.

Barbara Driesen, Lektorin mit Schwerpunkt Geistes- und Sozialwissenschaften, Magistra in Soziologie, Geschichte und Literaturgeschichte. Forschungs- und Lehrerfahrung an wissenschaftlichen Einrichtungen, u.a. am Institut für Anthropologie und Gender Studies sowie am Institut für Informatik und Gesellschaft, beides Freiburg, und an der juristischen Fakultät der Humboldt-Universität in Berlin. Seit 2005 Partnerin im Wissenschaftsdienst. Mail: driesen@wissenschaftsdienst.de


Dr. Katharina Trittel

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ist Historikerin und Redakteurin des Magazins „Lernen aus der Geschichte“. Ihre Forschungsschwerpunkte sind die Zeit des Nationalsozialismus, Elitenkontinuitäten, Rechtsradikalismus und Protestforschung. Sie hat viele Jahre bei Franz Walter am Institut für Demokratieforschung an der Georg-August-Universität in unterschiedlichen Projekten gearbeitet und publiziert. Seit 2016 forscht sie in der Forschungs- und Dokumentationsstelle zur Analyse politischer und religiöser Extremismen in Niedersachsen (FoDEx) zu Rechtsradikalismus verantwortete das Publikationsmanagement von FoDEx. Ihre Dissertation hat sie zum Thema Elitenkontinuität und Wissenschaftsgeschichte am Beispiel eines Göttinger Flugmediziners verfasst. Seit Oktober 2022 ist sie bei der Agentur für Bildung für das Online-Magazin „Lernen aus der Geschichte“ und das gleichnamige Portal verantwortlich.

Mail: trittel@agentur-bildung.de,

Tel.: 030 – 25 79 42 62

Wichtige Publikationen (in Auswahl):

  • Fundamente der Demokratie. Gebaute Orte in demokratischen Gesellschaften, in: Wüstenrot Stiftung (Hrsg.): Gebaute Orte für Demokratie und Teilhabe, Ludwigsburg 2022, S. 24-32 (gemeinsam mit Stine Marg).
  • Zwischen Erkenntnisstreben und Entgrenzung. Das Selbstverständnis der Flugmediziner im Dienst der Wehrmacht als Grundlage ihrer Elitenkontinuität, in: Rauh, Philipp et al. (Hrsg.): Medizintäter. Ärzte und Ärztinnen im Spiegel der NS-Täterforschung, Köln 2022, S. 397-419.
  • Vom „Wächter am Tor“ zum „einsamen Wolf“. Der Multifunktionär Hans-Michael Fiedler und die Transformation der radikalen Rechten in Südniedersachsen, FoDEx-Studie, Göttingen 2021 (gemeinsam mit Sören Isele und Florian Finkbeiner), URL: https://www.fodex-online.de/publikationen/vom-waechter-am-tor-zum-einsam…
  • Die radikale Rechte an der Georgia Augusta. Hans-Michael Fiedler und das Netzwerk des Ostpolitischen Deutschen Studentenverbandes (1965–1974), in: Göttinger Jahrbuch 69 (2021), S. 194-231 (gemeinsam mit Florian Finkbeiner).
  • „Wir gehen dahin, wo wir den Wind von vorne bekommen“. Die NPD in Göttingen während der „langen 1970er“ (gemeinsam mit Sören Isele), in: Demokratie-Dialog 9 (2021), S. 63-77, URL: https://www.fodex-online.de/demokratie-dialog-artikel/wir-gehen-dahin-wo…
  • Göttingens rechte Protestgeschichte nach 1945, in: Demokratie-Dialog 8 (2021), S. 46-59 (gemeinsam mit Florian Finkbeiner und Sören Isele), URL: https://www.fodex-online.de/demokratie-dialog-artikel/goettingens-rechte…
  • Rechtsradikalismus in sozialdemokratischen Kerngebieten. Eine Regionalstudie zur deutungskulturellen Verarbeitung der AfD in Salzgitter, Göttingen 2021 (mit Florian Finkbeiner, Dominik Dewitz, Ellen Brühl, Niklas Schröder, Marie Nolte), URL: https://www.fodex-online.de/publikationen/rechtsradikalismus-in-sozialde…
  • PEGIDA: Rechtspopulistischer Protest als Schlüsselthema zur Erschließung jugendlicher Mentalitäten? in: Zeitschrift für Erziehungswissenschaft Volume 23, Issue 6 (2020) (gemeinsam mit Julian Schenke); DOI: https://doi.org/10.1007/s11618-020-00977-3.
  • Rechtsradikalismus in Niedersachsen. Akteure, Entwicklungen und lokaler Umgang, Bielefeld 2019 (gemeinsam mit Florian Finkbeiner und Lars Geiges).
  • Traditionslinien des Rechtsradikalismus in der politischen Kultur Niedersachsens. Ein historischer Problemaufriss, FoDEx-Studie Rechtsradikalismus, Göttingen 2019 (gemeinsam mit Florian Finkbeiner), URL: https://www.fodex-online.de/publikationen/studie-traditionslinien-des-re…
  • Hermann Rein und die Flugmedizin. Erkenntnisstreben und Entgrenzung, Paderborn 2018.
  • Pegida-Effekte? Jugend zwischen Polarisierung und politischer Unberührtheit, Bielefeld 2018 (gemeinsam mit Julian Schenke, Christopher Schmitz und Stine Marg).


Ulrike Rothe

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ist Historikerin und Soziologin (M.A.) mit den Schwerpunkten Zeitzeug*innenarbeit, Oral History/qualitative Sozialforschung und Biografiearbeit. Ein weiterer Fokus ihrer Arbeit liegt auf frauen- und geschlechterspezifischen Zugängen im Feld von Erinnerung und Aufarbeitung. Von 2002 bis 2004 hat sie am Haus der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit Gliwice/Opole in Polen im Bereich der Völkerverständigung und Minderheitenförderung gearbeitet und lokalgeschichtliche Projekte fachlich betreut. Danach war sie langjährige Programmleiterin in der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ im Bereich Bildungs- und Begegnungsarbeit mit NS-Überlebenden. Seit 2016 ist sie freiberuflich als Bildungsreferentin tätig und betreut für mehrere Auftraggeber, darunter das Frauenzentrum Paula Panke e.V., interaktive Formate der Zeitzeug*innenarbeit, u.a. zu den Themen: Frauenpolitische Opposition in der DDR, Transformationserfahrungen. Seit Februar 2019 ist sie in der Agentur für Bildung tätig und koordiniert auch Zeitzeug*innen-Projekte für den Lernort Keibelstraße. Seit Dezember 2021 hat sie gemeinsam mit Birgit Marzinka die Geschäftssführung der Agentur für Bildung inne.

Mail: rothe@agentur-bildung.de,

Tel.: 030 – 25 79 42 60


Birgit Marzinka

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Geografin (Lic./Dipl.), Medienpädagogin (M.A.) und zertifizierte Museumsmanagererin (FU-Berlin). Seit 1997 als Referentin und Dozentin in der Medienpädagogik, (global)historischen, politischen und Diversity-Bildung tätig. Sie arbeitet seit Oktober 2008 bei der Agentur für Bildung. Als Leiterin des Lernorts Keibelstrasse sind ihre aktuelle Arbeitsschwerpunkte: Geschichte der DDR, Geschichte des Strafvollzugs und Untersuchungshaft (MdI), Masternarrative zur Geschichte der DDR, Gedenkstätten- und Museumspädagogik sowie Museumsmanagement. Weitere Arbeitsschwerpunkte sind: Entwicklung und Evaluation von Webangeboten, Lernen mit digitalen Medien, Entwicklung von Bildungsmaterial, Bildungsangebote für Erwachsene und Jugendliche. Für ihre Arbeit hat sie mehrere Auszeichnungen erhalten, u.a. den Grimme-Online-Award 2008 in der Kategorie „Wissen und Bildung“. Zuvor arbeitete sie bei den Projekten „Was der Bauer nicht kennt“ (multimediales Projekt zu Welthandel und Ernährung aus globahistorischer Perspektive), Koordination des Queer History Month und des Webportals Queer History, Mitarbeit bei #uploading_holocaust und die Entwicklung und Umsetzung einer Medienstation für die Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen. Seit Dezember 2021 hat sie gemeinsam mit Ulrike Rothe die Geschäftssführung der Agentur für Bildung inne.

Mail: marzinka@agentur-bildung.de,

Tel: 030 – 28 09 80 12 (Birgit Marzinka´s CV in English)


Jan Haverkamp

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M. A. in Neuere und Neueste Geschichte, Philosophie und Politikwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin. Langjährige Tätigkeit als freiberuflicher Bildungsreferent in den Gedenkstätten Sachsenhausen und Topografie des Terrors, Denkmal für die Ermordeten Juden Europas und dem Jüdischen Museum Berlin. Dort leitete und konzipierte er Führungen und Seminare. Von 2016-2018 Bildungsreferent am Deutschen Historischen Museum, wo er unter anderem ein Kooperationsprojekt mit der Universität Leipzig sowie der Hochschule für Wirtschaft und Technik koordinierte, welches sich an Willkommensklassen der Klassenstufe 3-6 richtete. Zudem leitete und konzipierte er Seminare zur politischen Bildung für die Jugendbildungsstätte Haus Kurt Löwenstein mit den Themen Medienpädagogik, dt.-isr. Jugendbegegnung, Migration und Diskriminierungsprävention. Seit September 2018 arbeitet er für die Agentur für Bildung als Bildungsreferent am Lernort Keibelstraße

Mail: haverkamp@agentur-bildung.de,

Tel: +49 (0)30 – 28 09 80 12


Vorstand

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Vorstand

Adina Stern studierte Geschichte und Anglistik (M.A.) an der Universität Tel Aviv und dort am Minerva Institut für deutsche Geschichte. Als Redakteurin war sie lange für das Tel Aviver Jahrbuch für deutsche Geschichte und die Schriftenreihe tätig sowie am Goldreich Institut für Jiddisch. Sie war u.a. auch Repräsentantin der Stiftung Deutsch-Israelisches Zukunftsforum sowie Kuratorin der Deutsch-Israelischen Literaturtage in Israel. Seit 2013 lebt sie wieder in Berlin und betreut als wisschaftliche Lektorin u.a. das vom Zentrum für Antisemitismusforschung an der TU Berlin herausgegebene Jahrbuch für Antisemitismusforschung. Seit 2022 ist sie Co-Koordinatorin des „Forschungsnetzwerks Antisemitismus im 21. Jahrhundert“ der BMBF-Förderlinie „Aktuelle Dynamiken und Herausforderungen des Antisemitismus.“ Außerdem übersetzt sie mitunter Theaterstücke aus dem Hebräischen und Englischen. Mail: stern@agentur-bildung.de

Dr. Birgit Wenzel war tätig als Lehrerin, Fachseminarleiterin für Geschichte und Politik, Gastprofessorin für Geschichtsdidaktik an der TU Berlin sowie als Referentin und Referatsleiterin am Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg (LISUM); Veröffentlichungen u.a. zu kreativen Methoden, NS und Holocaust in der Bildung und zur Entwicklung des Faches Gesellschaftswissenschaften. Arbeitsschwerpunkte: Differenzierung und Inklusion, Kompetenzorientierung, Lehrplanentwicklung, Entwicklung von didaktischen Materialien, didaktische Beratung von Webseiten. Sie ist durchgängig tätig als Autorin und Herausgeberin von Schulgeschichtsbüchern. Mail: wenzel@agentur-bildung.de

Prof. Dr. Dorothee Wierling, Professorin (im Ruhestand) an der Universität Hamburg. Im Erstberuf war sie Lehrerin für die Fächer Geschichte und Englisch, promovierte 1985 zur Sozialgeschichte von Dienstmädchen um die Jahrhundertwende und habilitierte sich im Jahr 2000 an der Universität Potsdam mit einer Arbeit über den Geburtsjahrgang 1949 in der DDR. Sie war von Februar 2003 bis Juli 2015 stellvertretende Direktorin der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg. In den Jahren davor hatte sie verschiedene Fellowships und Gastprofessuren inne, unter Anderem in Tel Aviv und den USA. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind: Sozialgeschichte des 20. Jahrhunderts; Oral History; Geschlechter- und Generationengeschichte.. Zur Publikationsliste Mail: wierling@agentur-bildung.de